![]() |
|
SONNENHOF - Archiv |
|
| Das Jahr 2009: | |
![]() ![]() ![]() ![]() | Am ersten Wochenende des Jahres fuhren die Freunde zusammen mit einigen anderen Freunden, die sie über die Astronomische Vereinigung kennen, nach Mannheim. Geplant war ein Besuch des Planetariums und da bis zur Voführung noch ein wenig Zeit war, sahen sie sich das Museumsschiff in Mannheim an. Dort gab es neben diversen Exponaten viele interessante Schiffsmodelle, man konnte den Schiffsmotor betrachten und es gab ein kleines Diorama einer Flussbadeanstalt zu sehen. Anschließend fuhren sie zum Planetarium, wo sie sich zuerst einen Kaffee gönnten und danach die Vorstellung genossen. Danach betrachteten sie sich nochmals genau den neuen Projektor, der viel kleiner und besser als sein Vorgänger ist. Bei der Rückfahrt nach Karlsruhe beschlossen sie, den Abend mit einem leckeren Flammkuchen ausklingen zu lassen und dabei wurde viel geplaudert und gefachsimpelt, wobei nicht alles ganz so ernst zu nehmen war. |
| Am Tag danch begann es morgens zu schneien und es hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. So viel Schnee gab es in Karlsruhe schon lange nicht mehr und da Elisabeth noch frei hatte, unternahm sie einen schönen Ausritt in ihrem Lieblingsausreitgelände mit einem der Friesen des Sonnenhofes. Der Wallach hatte richtig Freude, im Schneegestöber durch den Schnee zu stöbern und mit seinen großen Hufen walzte er eine richtige Schneise in den frischen Schnee. Wieder nach Hause gekommen, wurde der Kleine mit Möhren belohnt und Elisabeth machte es sich zu Hause auf dem Sofa mit ihre Kuschelfleecedecke gemütlich. | ![]() |
![]() | Davor allerdings überraschte Mark Elisabeth mit einem neuen Pferd, wieder ein Friese, ein sehr zierlicher Vertreter seiner Rasse. Elisabeth freundete sich sogleich mit dem hübschen Wallach an und natürlich wollte sie ihn gleich probereiten und so half ihr Mark hoch und sie ritt den kleinen Friesen ein paar Minuten ohne Sattel und fühlte sich gleich sehr wohl auf seinem Rücken. Friesen sind halt ganz besondere Pferde. |
| Zum Epiphaniasfest sollte es auf dem Sonnenhof mal wieder eine kleine Schauvorführung geben. Viele Ställe machen vor Weihnachten solche Veranstaltungen, da aber viele Menschen nach Weihnachten viel mehr Zeit und Ruhe haben, gibt es auf dem Sonnenhof kein Weihnachtsreiten, sondern zu den Heiligen drei Königen ein Epiphaniasreiten. In diesem Jahr begrüßte Mark die Gäste und führte sie durch das Programm. | ![]() |
![]() | ![]() |
| Gangpferdereiten mit einem American Saddlebred dargeboten von Mark | Der Lusitano Limbado präsentiert vojn Elisabeth |
![]() | ![]() |
| Freizeitreiten mit Hunden vorgestellt von Pierre und Martha | Dressurkür mit Felix von Langensteinbach gezeigt von Ilka |
![]() | ![]() |
| Freiheitsdressur mit Friesen präsentiert von Martha und Elisabeth | Was Vollblüter alles können gezeigt von Monika und Stefan |
![]() | ![]() |
| Impressionen aus Spanien, Portugal und Wien von Katrin, Elisabeth und Katrins Bruder | Arabische Vorführung einer Reiterin des Sonnenhofes |
![]() | ![]() |
| Achal-Tekkiner des Sonnenhofes vorgestellt durch Stefan und einem weiteren Reiter des Sonnenhofes | Pas de Trois von Anna, Amalia und Elisabeth mit den Lusitanos |
![]() | Am Tag nach Epiphanias musste Mark wieder arbeiten und Elisabeth ins Rehazentrum zurück. Aber Pierre und Martha hatten noch frei, Martha hatte noch alten Urlaub vom Vorhjahr und Pierre hatte seinen Patienten erst wieder in der Woche danach Termine vergeben, war aber in Notfällen für sie ansprechbar. Und so konnten sie noch einige freie Tage genießen. Das Wetter war traumhaft schön und sie unternahmen daher gemeinsam einen langen Ausritt im verschneiten Stadtpark, wobei sie ihre Hunde Contrepoint und Jo mitnahmen. Die Hunde hatten viel Spaß, im Schnee herumzutollen und Martha und Pierre hatten viel Spaß, ihnen dabei zuzusehen. |
| Elisabeth hatte einer Bekannten aus dem Bildungszentrum Konzertkarten für das Verdi-Requiem reservieren lassen und zum Dank bekam sie von ihr einen Bachtaler aus Leipzig mitgebracht. Sie hat sich sehr darüber gefreut, dass ihre Bekannte in Leipzig an sie gedacht und ihr diese kleine Aufmerksamkeit zukommen ließ. Zu Hause hat sie sich dann den Bachtaler nochmals ganz genau angesehen, aber gegessen hat sie davon noch nichts, damit wird sie noch ein Weilchen warten, denn solch ein Geschenkchen schaut man doch immer mal wieder gerne an. | ![]() |
![]() | Am folgenden Wochenende wollte Elisabeth einen kleinen Auritt mit dem neuen Friesen unternehmen. Da es ihr zu dieser Zeit nicht so gut ging, stieg sie mit einem Schemel auf. Mark war ein wenig besorgt und ermahnte sie, vorsichtig zu sein und wollte auch wissen, ob sie warm genug angezogen sei. Elisabeth versprach, nur im Schritt zu reiten, denn bei dem gefrorenen Boden konnte man sowieso nicht traben und galoppieren, damit sich die Pferde keinen Sehnenschaden zuziehen. Sie nahm sich ihren MP3-Player mit und hörte während des Rittes ein wenig schöne Musik. |
| Einige Tage später kam ein neues Pferd auf den Sonnenhof. Ein Araber, wie ihn sich Elisabeth schon immer gewünscht hatte. Er stammt aus der Marbacher Zucht und ist sehr typvoll. Aber nicht nur sein Exterieur sind makellos, sondern auch sein Interieur, denn in Marbach legt man nicht nur Wert darauf, hübsche Pferde zu ziehen, sondern auch charakterlich einwandfreie Tiere zu bekommen, die zudem auch noch gute Reiteigenschaften aufweisen. Mark, der gerade mit dem kleinen Friesen beschäftigt war, bestaunte den hübschen Wallach, der sich sogleich mit dem Frieslein anfreundete. | ![]() |
![]() | Ende Januar fuhr Elisabeth zu einer Freundin nach Prien am Chiemsee. Ab Dachau konnte sie mit einer anderen Freundin, die ebenfalls eingeladen war, mit dem Auto mitfahren und natürlich genossen sie dies, konnten sie doch nach Herzenslust mal wieder so richtig ratschen. Das Wetter war entgegen ihrer Erwartungen, am Tag zuvor hatte es dauergeregnet, wunderschön und so sattelten sie, in Prien angekommen, ihre Pferde und unternahmen einen schönen Ausritt, um die Zeit zu nutzen, bis ihre Gastgeberin, die noch arbeiten musste, nach Hause kam. Als sie losritten hatten sie eine etwas seltsame Begegnung mit einer Bäuerin, die mit ihrer Forke auf sie zukam und sie beschimpfte, dass sie doch sehr kindisch seien. Elisabeths Freundin kannte diese Frau schon aus der Erzählung, war daher gewappnet und konnte entsprechend kontern. Danach genossen sie die schöne Aussicht auf den Chiemsee und auch das restliche Wochenende mit all seinen Erlebnissen war sehr schön. |
| Am folgenden Wochenende fuhr Elisabeth zum Depritreffen nach Basel. Sie traf sich mit ihren Freunden, die sie aus dem Forum www.depri.ch schon einige Jahre kennt, dieses Mal wieder in Basel. Nachdem sie angekommen war, unternahm sie erst einmal einen kleinen Ausritt mit Angela in dem schönen Park In der Grün 80. Dort gab es einen See, hübsche Skulpturen und einen kunstvoll angelegten Garten. Später saß sie gemütlich mit ihren Freunden zusammen, es wurde wieder fleißig getauscht, Lidl-Schokostreusel, Migros-Schokolade, Zeitschriften und Baseler Spezialitäten. Und natürlich wurden wieder viele Erfahrungen ausgetauscht, nette und ernste Gespräche geführt und es wurde wieder gewichtelt, wobei Elisabeth eine hübsche Engelfigur bekam. Es war für alle wieder ein sehr schöner Tag und die weite Fahrt in die Schweiz hatte sich für Elisabeth auf jeden fall gelohnt, denn es tut einfach gut, ab und zu mal verständnisvolle Menschen zu treffen, denen sie nicht erklären muss, was sie so bedrückt und mit welchen Problemen sie sich täglich quälen muss. | ![]() |
![]() | Am nächsten Tag schlief Elisabeth richtig schön aus. Eigentlich hätte sie im Chor singen sollen, aber das war ihr einfach zu viel und so blieb sie besser zu Hause. Am Nachmittag holte Mark sie zu einem kleinen Ausflug in den Stall ab, wo sie den inzwischen eingetroffenen Friesenhengst Salomo begrüßen konnte. Er ist schon recht betagt, aber topfit. Er sollte auf einer Koppel seinen Lebensabend genießen, nachdem er viele Jahre unter dem Sattel seinen Arbeit getan hatte, verfiel aber zusehends, wurde richtig depressiv, so das man beschloss, einen Platz für ihn zu finden, wo er noch ein wenig gefordert und gefördert werden konnte und die Sonnenhofleute nahmen ihn gerne auf. Ein wenig leichte Arbeit in der Reithalle, schöne Ausritte und gemeinsamer Koppelgang mit Artgenossen werden ihm sicher gut tun. Elisabeth, die sehr gut nachvollziehen kann, wie es ihm geht, nahm sich seiner besonders an. |
| Pierre hatte schon einige Zeit beobachtet, wie gut Elisabeth immer wieder der Umgang mit den Pferden tat und so überlegte er sich, ob er nicht einigen seiner Patienten eine Reittherapie gönnen könnte. Er sprach mit den Schwestern Anna und Amalia, die seit einiger Zeit auf dem Sonnenhof ritten, und sie waren sofort begeistert von der Idee. Anna ist Logopädin und Amalia ist Ergotherapeutin und daher haben beide auch Erfahrung im Umgang mit seelisch kranken Menschen. Da auf dem Sonnenhof seit einiger Zeit kein Schulbetrieb mehr stattfindet, ist dort die nötige Ruhe und auch Elisabeth fand diese Idee sehr gut und stellte sofort bereitwillig ihren Rinaldo als Therapiepferd zur Verfügung. Reittherapie für körperlich Behinderte kennt man ja schon länger, aber auch seelisch Behinderten, insbesondere an einer Depression erkrankten Menschen, kann einen Reittherapie sehr gut helfen und so fand an einem ruhigen Sonntag Nachmittag mit einem von Pierres Patienten die erste Therapiestunde statt. | ![]() |
![]() | Die Therapie mit dem Pferd tat Pierres Patienten gut und so durfte er wieder kommen. Schon eine Woche später sollte er nicht nur vom Pferd getragen werden, sondern auch bei dessen Pflege helfen. Dafür eignen sich die ruhigen und menschenbezogenen Friesen besonders und so durfte er seine ersten Versuche an Ferdinand machen, angeleitet von Amalia, die ihm zeigte, wie man mit dem Pferd umgeht. Friesen haben viel Mähne und Schweifhaare, so dass es da auch viel zu kämmen gibt und so waren sie eine Weile beschäftigt. Pierre war sehr zufrieden, wie sich sein Patient immer mehr mit dem Pferd vertraut machte. Aber umso mehr sorgte er sich um Elisabeth, der es gar nicht gut ging und die zu nichts zu bewegen war. Er hatte sie mit sanftem Druck dazu bewegen können, wenigstens das Bett zu verlassen und mit in den Stall zu kommen, wo sie, in warme Decken eingehüllt, einfach ein wenig dabei sein sollte. Das hilft einem Depressiven am besten, ihn zu ermuntern, kleine Schritte zu tun, ohne aber zu viel zu fordern und ihm zu zeigen, dass man seine Anwesenheit dennoch schätzt. |
| Leider mussten sich die Sonnenhofleute dazu durchringen, wieder einige Pferde abzugeben, da sie einfach nicht allen gerecht werden konnten und sie sich lieber intensiver um wenige Pferde kümmern möchten. Außerdem verlagerte sich der Schwerpunkt auf dem Sonnenhof immer mehr zu den Barockpferden, insbesondere den Lusitanos und Friesen. Daher wurde für einige Pferde ein liebevolles neues Zuhause gesucht. So sollten auch einer der Warmblüter und das Pony in einen neuen Stall umziehen. Bevor sie verladen wurden, durften sie sich nochmals in der Reithalle ein wenig austoben. Pierres Patient war an diesem Tag auch auf dem Sonnenhof und er getraute sich unter Pierres Anleitung zum ersten Mal zu den sich frei bewegenden Pferden in die Halle hinein und hatte sichtlich Freude beim Anblick der Pferde, die ihre ganze Kraft und Schönheit zeigten. | ![]() |
![]() | Anna und Amalia arbeiten beide im Klinikum Karlsbad-Langensteinbach und an einem Freitag Mittag waren sie beide schon so früh fertig, dass sie nach der Arbeit und einem schnellen Essen in der Kantine noch einen Ausritt unternehmen konnten, ehe es dunkel wurde. Es lag noch überall verharschter Schnee und Eis herum, denn die Tage zuvor war es frostig, aber einen kleinen Galopp wagten sie doch, wobei ihre Pferde Alcina und Ruggiero freudig ansprangen, sie wollten sich bei der Kälte bewegen. Dabei begegneten ihnen einige Leute, die die Schwestern nicht für ganz normal hielten, sie waren der Meinung, dass man sich bei der Kälte besser nicht unnötig lange Draußen aufhält und dass hinter ihnen doch die Psychiatrie sei und man sie am besten dort einweisen solle. Aber davon ließen sie sich nicht beirren, ritten amüsiert weiter und genossen den Ausritt. |
| Am Rosenmontag hatten alle frei und mussten nicht arbeiten. Elisabeth war trotz grippalem Infekt mit Fieber in den Stall gekommen und wurde dort ihrer Unvernunft gerügt und von ihren Freunden sogleich in warme Decken gehüllt und mit Essen versorgt, denn gegessen hatte sie natürlich auch noch nicht. An diesem Tag hatte der Postbote neben einer Büchersendung für Elisabeth mit einem Chemiebuch, das eine Freundin ihr geschickt hatte, noch ein recht großes Paket abgeliefert und so machten sie sich gleich ans Auspacken. Das Paket enthielt ein Anatomie-Modellpferd, das sie natürlich auch gleich zusammenbauen wollten. Pierre griff sich gleich mal die Nieren, weil er sie so hübsch fand, während Martha sich überlegte, welche Knochen wo hingehören. Zuerst mussten sie aber die Organe einbauen, von denen zuletzt noch die Milz übrig geblieben war, ehe sie mit ihren Knochen loslegen konnte. Sie hatten alle viel Spaß und lehrreich war es auch. | ![]() |
![]() | Am Faschingsdienstag war Elisabeth immer noch nicht fit, aber sie ließ es sich dennoch nicht nehmen, bei der Ankunft eines neuen Pferdes dabei zu sein. Der Achal-Tekkiner Orlando mit seinem hübschen metallicglänzenden, cremellofarbenen Fell und seinen blauen Augen ist ein besonders hübsches Exemplar seiner Rasse und gefiel sogleich allen sehr gut. Auch charakterlich ist er ein feines Pferd und so schaute er sich ruhig sein neues Zuhause an und gewöhnte sich recht schnell ein, so dass man beschloss, ihn an einem der nächsten Tage schon unter dem Sattel arbeiten zu lassen. |
| Zu Beginn des Märzes wurde es warm und so nutzten die Sonnenhofleute das wunderbare Wetter, um all die Arbeiten zu erledigen, die während des langen, frostigen und dunklen Winters liegen geblieben waren. Sie reparierten die Koppelzäune, äppelten die Koppeln gründlich ab, räumten auf und pflegten das Sattelzeug. Nachdem Elisabeth sich bei den Arbeiten ein wenig übernommen hatte, wurde sie von den Anderen zu einer Pause genötigt und als sie ihr vorschlugen, einen kleinen Ausritt zu unternehmen, sattelte sie die American-Saddlebred-Stute Amber, von der sie sich ein wenig in den letzten Sonnenstrahlen des Tages tragen ließ. | ![]() |
![]() | Anfang März bekam Elisabeth überraschend ein Paket von einer ihrer liebsten Freundinnen aus der Schweiz. Neben einigen hübschen Geschenken lag auch eine große Packung ihrer Lieblingsschokolade vom Migros dabei. Darüber hat sie sich sehr gefreut. Sie haben sich bei einem Forumstreffen von depri.ch in Luzern kennengelernt und sie mochten sich sofort und blieben in Kontakt. |
| Später sattelte Elisabeth den Achal-Tekkiner Orlando, denn sie wollte ihn natürlich auch gerne mal selbst reiten. In der ersten Woche hatte sich die Bereiterin Katrin mit ihm beschäftigt und dabei festgestellt, dass Orlando fein an den Hilfen steht und offenbar gut ausgebildet wurde. Elisabeth war an diesem Tag alleine in der Reithalle und so genoss sie es, sich in aller Ruhe mit Orlando anzufreunden. | ![]() |
![]() | Mitte März hatte Elisabeth einige schlimme Ereignisse zu verarbeiten und eigentlich wollte sie gar nicht in den Stall kommen und sich nur verkriechen. Sie raffte sich aber doch auf und bereitete den kleinen Friesenhengst Störtebeker für einen Ausritt vor. Sie hatte in der Woche zuvor ein wenig mit ihm gearbeitet und da er so fein mitgearbeitet hatte, wollte sie ihm und sich eine Pause gönnen und eigentlich nur einen ruhigen Schrittausritt unternehmen. Aber der Friese hatte Lust zu laufen und so galoppierten sie, dass die Erde bebte. Auf dem Heimweg traf Elisabeth ihre Nachbarin mit ihrem kleinen Sohn, die es ebenfalls an diesen schönen Tag nach Draußen zog. Der kleine Junge war von dem Pferd natürlich ganz begeistert und betrachtete es mit großen Augen. |
| Während Elisabeth unterwegs war, bestaunten ihre Freunde die Pferdeskulptur, die sie von Freunden des Sonnenhofes geschenkt bekommen hatten. Sie war ein wenig ramponiert gewesen und Elisabeth hatte versucht, sie zu restaurieren, was ihr offenbar auch ganz gut gelungen ist. Es ist eine Replique der Originalskulptur 'Das Pferd der Medici', die Giovanni da Bologna, der Hofkünstler des Herzogs Cosimo I. de Medici, im Jahre 1594, also in der Spätrenaissance, geschaffen hatte. Es ist ein virtuoses Meisterstück und stellt eine Bereicherung auf dem Sonnenhof dar. | ![]() |
![]() | Am nächsten Tag begann Mark ein wenig mit Floco de Neve, einem hübschen Lustitanohengst zu arbeiten. Er kam als Geschenk von einem befreundeten Hof auf den Sonnenhof und hatte kurz darauf einen Unfall auf der Koppel, wobei er sich beide Vorderbeine schwer verletzte. Selbst der Tierarzt hatte wenig Hoffnung, dass die Verletzungen wieder ganz ausheilen, aber mit guter Pflege und viel Geduld gelang es doch und ganz langsam, mit vielen Spaziergängen, anfangs nur wenige Minuten, später schon eine halbe Stunde, konnte der Hengst wieder aufgebaut werden. Dabei bildete sich besonders zu Elisabeth und Mark, die sich am meisten um ihn kümmerten, eine intensive Beziehung auf und so ließ er sich an dem ruhigen Sonntagmorgen von Mark ermutigen, ein wenig zu traben, was alle sehr freute. Nach wenigen Minuten durfte Floco dann frei in der Halle laufen, wie er mochte. |
| In der kommenden Woche hatte Elisabeth viel zu tun und zudem lasteten noch einige Dinge auf ihr, die ihr sehr zu schaffen machten. Daher wollte Pierre sie überraschen und nahm ihr alle Arbeiten ab und fuhr ihr ein Pferd direkt ans Bildungszentrum nach Langensteinbach, so dass sie nach dem Unterricht nach Karlsruhe reiten und dabei ein wenig entspannen konnte. Pierre hatte in dieser Woche Zeit, denn der Bundesverband Deutscher Nervenärzte BVDN hatte in dieser Woche eine Praxisausstand-Aktion der Neurologen, Psychiater und Nervenärzte gemacht, so dass in der Region Karlsruhe nahezu alle Praxen geschlossen blieben, was auch Pierres Praxis betraf. Die Ärzte protestierten damit gegen die Einführung der neuen Vergütungsregelung bedingt durch die Gesundheitsreform und gegen die zunehmende Zentralisierung und Rationierung der ärztlichen Behandlung. Elisabeth tat der Ritt sehr gut und war Pierre für seine Zuwendung sehr dankbar. Zuerst allerdings wurden sie und die Stute Echoklang von ihren Mitrehabilitanden erstaunt angesehen, denn mit einem Pferd hatten sie am BBRZ, dem Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum nun wirklich nicht gerechnet. | ![]() |
![]() ![]() | Schon einige Zeit später konnten sie Flocke, wie sie ihn inzwischen liebevoll nannten, schon ein wenig unter dem Sattel arbeiten und er zeigte sich dabei sehr eifrig und arbeitete aufmerksam mit. Elisabeth hatte ihm dabei die hübschen, blauen Bandagen verpasst, die sie vor einiger Zeit als kleine Überraschung von der Lowlandranch geschickt bekommen hatte. Bisher hatte sie sie aber noch nicht verwendet und dem Schimmel standen sie wunderbar, zumal sie einen gleichfarbigen Pullover in ihrem Kleiderschrank fand. Sie hatte dazu ihre weiße Reithose angezogen, denn sie hatte es nicht geschafft, den Wäscheberg zu Hause abzutragen, da es ihr in den Tagen zuvor nicht gut ging und sie außerdem entschieden hatte, als Gastsänger in einem befreundeten Chor die Matthäuspassion im dessen Konzert mitzusingen, wofür an diesem Wochenende eine Chorprobe anstand. Am Morgen des Samstages, übrigens der Geburtstag von Johann Sebastian Bach, der am 21. März 1685 geboren wurde, war sie außerdem in Langensteinbach, da sie den Vortrag von Prof. Weisbrodt im Rahmen des Infotages der Psychiatrie hören wollte. Es war ein sehr interessanter Tag, aber auch anstrengend, denn am Sonntag mochte sie nur noch schlafen. Eigentlich sollte sie sich ja nicht so viel zumuten, aber manchmal sind eben Dinge, die den Geist ansprechen, wichtiger, als profane Pflichten. Aber am Abend bekam sie Besuch von Martha und Pierre, die ihr halfen, ein wenig aufzuräumen und die Wäsche zu waschen. |
| Der Frühling ließ in diesem Jahr lange auf sich warten und so regnete es tagelang, es war kalt und ungemütlich und so waren die Sonnenhofleute fast die ganze Zeit auf die Reithalle angewiesen waren. Am letzten Märzwochenende hatten Pierre und Martha Glück, denn für zwei Stunden verzogen sich die Regenwolken, so dass sie einen kleinen Ausritt mit Idefix, Löwenherz und den Hunden unternehmen konnten. Die Reitwege waren zwar sehr glitschig, da die Böden aufgrund des langen Regens stark durchweicht waren, so dass sie ein wenig aufpassen und auf schnelle Galoppaden verzichten mussten. Aber das tat der Freude keinen Abbruch und die Hunde freuten sich noch viel mehr darüber, denn sie sprangen fröhlich um ihre Menschen und Pferde herum. Später musste Martha sie ausgiebig waschen, denn sie hatten sich richtig eingesaut, aber auch das gehört nun mal dazu, genauso wie das sorgfältige Putzen und Satteln der Pferde vor dem Ausritt. | ![]() ![]() |
![]() | Elisabeth indes ging es ganz ruhig an. Sie wollte den Andalusierhengst Aramis reiten, der seit einiger Zeit auf dem Sonnenhof stand und da es ihr immer noch nicht so gut ging, hatten Anna und Amalia ihr erst mal ein Frühstück verpasst und das Pferd für sie gesattelt. Elisabeth und der junge Hengst hatten die große Reithalle für sich alleine und so ließen sie sich Zeit, einander kennen zu lernen, ehe Elisabeth sich in Aramis' Sattel setzte und sich vorsichtig an das Pferd herantastete. Sie verstanden sich sehr gut und Elisabeth verlangte nicht viele Lektionen von Aramis. Manchmal ist eben Weniger mehr und beim Reiten erwies sich ihr depressiver Zustand schon öfter als förderlich, denn die Pferde sprechen sehr gut auf ihre stille und wenig fordernde Art an. |
| Am ersten Aprilwochenende war es dann endlich richtig Frühling geworden. Die Sonne schaute aus den Wolken hervor und wärmte schon so, dass es wieder Spaß machte, sich im Freien aufzuhalten. Und so erledigten die Leute auf dem Sonnenhof ihre Arbeiten nicht in aller Eile, um dann wieder nach Hause in die Wärme zu fahren, sondern sie ließen sich Zeit und genossen es, dass nun alles wieder einfacher ging. So ergab es sich, dass sie sich mal wieder zu einer gemütlichen Plauderrunde einfanden, bei der ihnen Elisabeth ein Papercraft-Gebilde zeigte. Ein Bekannter hatte sie auf dieses interessante Hobby aufmerksam gemacht, bei dem man alle möglichen Gegenstände aus Papier herstellt anhand von Schnittmustern, die man im Internet finden kann. Natürlich hatte Elisabeth dies gleich mal selbst ausprobieren wollen. | ![]() |
![]() | Am Ostersamstag hatte Elisabeth eine Chorprobe für den Festgottesdienst am Ostersonntag. Es sollte die Bachkantate Nr.4 "Christ lag in Todesbanden" zur Aufführung kommen, ein wirklich geniales Frühwerk von Bach, das nicht ganz einfach zu singen ist. Danach holte Mark Elisabeth von der Chorprobe mit den Pferden ab, um mit ihr einen schönen Ausritt im Abendsonnenschein zu machen. An diesem Abend musste Elisabeth nicht in der Osternacht singen, was ihr auch ganz recht war, denn es ging ihr nicht so sonderlich und die Ruhe bei den Pferden und mit ihren Freunden sollte ihr gut tun. Elisabeth wollte Aramis reiten und Mark hatte sich die hübsche Maiblume ausgesucht. Die beiden Pferde verstanden sich prima und so konnten alle den wunderschönen Abend genießen. |
| Nachdem Elisabeth am Ostersonntag die Bachkantate gesungen hatte, zu der wieder ihre liebe Bekannte gekommen war, um zuzuhören, worüber sie sich sehr gefreut hatte, verbrachte sie die restliche Zeit auf dem Sofa und im Bett und hat viel geschlafen und sich von den anstrengenden Wochen der letzten Zeit zu erholen. Am Ostermontag fand dann bei Martha und Pierre der inzwischen traditionelle Osterbruch statt, zu dem sie auch in diesem Jahr ihre Freunde Mark und Elisabeth eingeladen hatten. In diesem Jahr waren auch Anna, Amalia und Claus, der sich inzwichen auf dem Sonnenhof bei den Pferden sehr wohl fühlt, dabei. Elisabeth, die sich sehr gut mit Claus versteht, da er ähnliche Probleme hat, wie sie selbst, wollte ihn gerne dabei haben, da er sonst an Ostern ganz alleine gewesen wäre. Sie verbrachten einige schöne Stunden mit leckerem Essen, wobei sich Elisabeth das Eierlikör-Ei gegrapscht hatte, und netten Gesprächen. Zuletzt bekam jeder noch eine Riesentafel Milka-Osterschokolade auf den Heimweg. | ![]() |
![]() | Nach Ostern bekamen die Sonnenhofleute Besuch von den Sandstormstables. Sie hatten als Geschenk einen hübschen Arabofriesen mitgebracht, den die eine Reiterin bei seiner Reise im Pferdetransporter begleitet hatte. Nach ihrer Ankunft auf dem Sonnenhof ließen sie Pound of Peace erst einmal in der Reithalle laufen, damit er sich ein wenig austoben kann, was er auch gerne tat. Danach durfte er dann in seinen neuen Stall und bekam Wasser, Heu und Karotten und Zeit, sich einzugewöhnen. |
| Später kamen noch die anderen Leute der Sandstormstables auf den Sonnenhof und natürlich wollten sie zuerst die Pferde sehen. Sheila, die ein ganz großer Fan von Silent Sleep ist, wollte ihn so gerne mal reiten und natürlich durfte sie dies. Martha und Elisabeth bauten ihr in der Reithalle einige kleine Sprünge auf, die sie mit Leichtigkeit nahmen und beide hatten viel Spaß dabei. Danach saßen alle gemütlich beieinander und ließen sich Brot, Käse und Obst schmecken und unterhielten sich. Es war ein netter Abend. | ![]() |
![]() ![]() ![]() ![]() | Am nächsten Tag ritt Elisabeth mit Rocky nach Graben-Neudorf, wo sie einige Freunde treffen wollte. Es war zwar ein wenig regnerisch, aber das störte beide nicht. Sie hatten ein Modellpferd und ein wenig Proviant dabei. Als sie angekommen waren, ruhte Elisabeth sich erst einmal ein wenig aus und unterhielt sich mit Miguel und Kristina, die inzwischen auch eingetroffen waren. Dabei konnte Miguel es natürlich nicht lassen, mit seinen Funkgeräten herumzuspielen. Später gesellten sich noch die Mädels der Sandstormstables hinzu und es war eine nette Runde. |
| Am Nachmittag, als der Regen aufgehört hatte, unternahmen Miguel und Elisabeth einen kleinen Ausritt in der Umgebung, bei dem sich die beiden Mädels Jo und Mary mit ihren Ponys anschlossen. Dabei genossen sie das frische Frühlingsgrün und die bunten Farben der Blüten. Am Nachmittag bekam Elisabeth eine Digicam geschenkt, die sie natürlich sofort ausprobieren musste. Sie hatte einen wunderschönen Friesen wiedergetroffen, den sie einige Zeit zuvor schon mal gesehen hatte und freute sich, ihn nun im Bild festhalten zu können. | ![]() ![]() |
![]() ![]() | Am darauffolgenden Tag war das Wetter traumhaft schön. Der Wetterbericht hatte dies vorhergesagt, aber keiner wollte es so recht glauben ob des kalten, trüben und regnerischen Samstages und umso größer war die Freude. Elisabeth gab ihrer Freundin von den Sandstormstables, die ihr neues Pferd reiten wollte und dessen Freund, den Ziegenbock mitnehmen musste, da die beiden bisher nicht getrennt waren, eine kleine Stadtrundführung durch Karlsruhe. Sie zeigte ihr den schönen Botanischen Garten, den Schlossgarten, natürlich das Barockschloss und die Innenstadt. Im Schlossgarten stiegen sie ganz spontan in die kleine Dampfbahn ein, um eine kleine Rundfahrt durch den wunderschönen, frühlingshaften Schlossgarten zu unternehmen. Dabei trafen sie auch noch Bekannte aus Langensteinbach und sie fanden die Fahrt wunderschön. Anschließend betrachteten sie sich das Karlsruher Schloss und schlenderten dann in die Stadtmitte zum Marktplatz, wo sie in der Nähe ein Restaurant aufsuchten, das seine Tische und Stühle im Schatten einiger alter Kastanienbäume aufgestellt hatte. Dort genossen sie ihr Mittagessen mit guten Gesprächen, ehe Elisabeths Freunde wieder den Heimweg in die Schweiz antreten mussten. Sie waren sich alle einig, dass dies nicht der letzte Besuch in Badens schöner Hauptstadt war. |
| Am Sonntagabend wollten Anna und Amalia den neuen Friesen reiten, der seit einigen Tagen auf dem Sonnenhof lebt. Da er recht klein ist für einen Friesen, würde er sich für das Therapiereiten recht gut eignen, da die Patienten es bei einem kleineren Pferd leichter haben, aufzusteigen, so dachten die Schwestern. Er ist einer der Friesen, der nicht ganz schwarz ist, sondern einen Braunstich hat und im Sommer stark aufhellt, aber das stört keinen auf dem Sonnenhof, denn man reitet ja schließlich nicht auf der Farbe. Der kleine Friese erwies sich denn als äußerst sicher und zuverlässig und ließ sich auch nicht von Martha und Amalia stören, die die Hindernisklötze und Stangen in der Reithalle aufräumten, während Anna aufsaß. | ![]() |
![]() | Ende April ging es Elisabeth nicht sehr gut und die Ärzte schrieben sie für einige Tage krank, damit sie sich ein wenig ausruhen konnte, was sie dankbar annahm. Da es zu dieser Zeit recht kühl und regnerisch war, konnte man sich draußen nicht lange aufhalten und so genoss sie es, den Wintergarten, den ihr die Freunde eingerichtet hatten, nutzen zu können. Zuerst topfte sie einge Pflanzen um, wobei sie diese Arbeit als sehr entspannend empfand und später legte sie sich ein wenig hin und hörte schöne Musik und döste dabei auch ein wenig ein. |
| An diesem Tag brachte der Postbote ein Päckchen auf dem Sonnenhof, da Elisabeth aber nicht da war, warteten Anna und Amalia mit dem Auspacken bis zum nächsten Tag, an dem Elisabeth ein wenig zu den Pferden wollte. So konnten sie das Päckchen gemeinsam auspacken. Es enthielt ein hübsches Modelpferd für Elisabeth von ihrer Freundin vom Pferdehof Siegtal, über das sie sich freute. Ihre Freundin hatte es neu bemalt und dabei sehr sorgfältig gearbeitet. Außerdem enthielt das Päckchen eine violette Trense mit dazu passendem Bareback-Pad. Sie waren begeistert, denn genau so Etwas wollten sie sich für das Therapiereiten noch kaufen und daher freuten sie sich riesig darüber, zumal die Farbe einfach klasse ist. | ![]() |
![]() | Martha, Katrin und Mark waren indes in einer ruhigen Ecke des Sonnenhofes beschäftigt. Sie wollten Photos von Barocco, einem Friesen-Knabstrupper-Mix machen. Dabei sollte es keine gewöhnliche Photographie des imposanten Hengstes werden, sondern ein Bild im Stile des alten Meisters Georg Hamilton. Dies erforderte Zeit und Geduld, bis alle Requisiten an ihrem Platz standen, der Hengst sauber herausgeputzt war und die beste Perspektive ermittelt war. Barocco war dabei sehr geduldig und stand während der ganzen Zeit ruhig da, so dass Mark gar nicht viel tun musste und nur ein wenig bei ihm stand. |
| Der Mai begann mit wunderbarem Wetter, es war sonnig und warm und so beschlossen Anna und Amalia, dass Claus seine Therapiereitstunde an diesem Wochenende nicht in der Reithalle, sondern im Wald haben sollte. Sie weihten dabei das hübsche Barebackset ein, an das Elisabeth noch ein paar Steigbügel montiert hatte. Claus durfte die Zügel selbst führen, während Amalia den geduldigen Rinaldo zur Sicherheit am Strick führte und Anna nebenher lief. Claus fühlte sich zusehends wohler und so genossen sie alle den schönen Augenblick. | ![]() |
![]() | Auf dem Heimweg fuhren Anna und Amalia mit ihren Fahrrädern durch den Schlossgarten und wurden Zeuge eines lustigen Ereignisses. Die Karlsruher Flashmobber veranstalteten hinter dem Schloss einen Spartaner-Mob, bei dem zwei Gruppen von "Spartanern" mit ihren "Schilden", die durch Regenschirme symbolisiert wurden, aufeinander zurobbten. Sie hatten viele Zuschauer, die alle das schöne Wetter im Schlossgarten genossen und so in den Genuss dieser lustigen und gelungenen Aktion kamen. |
| Anfang Mai wurde es sommerlich warm, die Mauersegler waren inzwischen auch eingetroffen, so dass die Frauen des Sonnenhofes beschlossen, dass ihre Sommergarderobe aufgestockt werden müsse. Das wurde sogleich in die Tat umgesetzt und eine Sammelbestellung in einem Pferdesportversandhaus aufgegeben. Neben neuen Reithosen bestellten sie jede Menge neuer und modischer T-Shirts, von denen nur die wenigsten für die Männer des Sonnenhofes bestimmt waren. Das Aupacken bereitete ihnen große Freude und so wurden auch gleich einige der Teile anprobiert und begutachtet. | ![]() |
![]() | Am ersten Maiwochenende wurden auf dem Sonnenhof Studioaufnahmen einiger Pferde gemacht. Sie sollten im Stile des Malers Georg Hamilton sein und nachdem alle dafür nötigen Dekostücke zusammengetragen und die Pferde fein gemacht waren, konnte es losgehen. Den Anfang machte die Statue Adolph. Anschließend wurden Grandioso, Limbado, Xerxes, Barocco und Kaprioleur photographiert. |
![]() | ![]() |
![]() | ![]() |
![]() | ![]() |
| Mitte Mai hatten Anna und Amalia einen freien Tag und wollten mit den Friesen Mentor und Ferdinand ausreiten. Sie hatten Glück mit dem Wetter, es war zwar bewölkt, aber warm und es regnete noch nicht und so unternahmen sie einen schönen Ausritt zum Botanischen Garten. Elisabeth schloss sich ihnen mit Salomo an und genoss es, einfach nur dabei sein zu dürfen, aber nicht reden zu müssen. Im Botanischen Garten wurden sie von zwei netten Polizisten angehalten und darauf hingewiesen, dass sie dort zwar reiten dürften, aber bitte nicht den Rasen vor dem Bundesverfassungsgericht, das direkt an den Botanischen Garten angrenzt, betreten sollen, da sonst der Alarm ausgelöst wurde. Die Beamten bewunderten die schönen Friesen und so unterhielten sie sich eine Weile miteinander, ehe sie weiterritten in Richtung Schlossgarten. | ![]() |
![]() | Am nächsten Tag wollten Martha und Elisabeth ein wenig mit den Pferden in der Halle arbeiten. Sie hatten sich am Samstag Morgen getroffen, um in aller Ruhe die Pferde fertig machen und um in Ruhe reiten zu können, da Elisabeth am Mittag die Generalprobe für ihr Konzert hatte. Martha, die Barocco noch nie geritten war, rätselten ein wenig, wie sie auf diesen Riesen aufsteigen solle, aber Elisabeth hatte es ihr vorgemacht, denn sie hatte ihre neue Aufsteighilfe benutzt, die sie gebraucht für wenige Euro im Diakonieladen bekommen hatte. Es ist für den Reiter angenehmer und vor allem auch für das Pferd schonender, eine solche Aufsteighilfe zu verwenden und so nutzte Martha gerne diese neue Errungenschaft. |
| In der darauffolgenden Woche gönnte sich Elisabeth ein wenig Ruhe, denn das Konzert mit Carmina Burana im Brahmssaal zu Karlsruhe am Sonntag war anstrengend gewesen. Bei der Arbeit kam sie gut voran, so dass sie es leisten konnte, langsam zu machen und am Montag stöberte sie nach der Arbeit ein wenig im Vorbeigehen in ihrer Lieblingsbuchhandlung ein wenig und fand natürlich sofort ein Buch, das sie gerne lesen wollte, ein Buch über Karlsruhe mit vielen alten Photos. Dabei traf sie ihren ehemaligen Klassenlehrer aus der Oberstufe und auch nach so viele Jahren erkannte er sie wieder. Am nächsten Tag fand Elisabeth im Vorbeifahren in der Auslage einer Buchhandlung wieder ein Buch, das sie sich kaufen wollte, dieses Mal eines über Kunst des Barock, und just traf sie an der Kasse der Buchhandlung wieder ihren Lehrer. Da mussten die beiden natürlich grinsen und Elisabeth wollte dies natürlich gleich ihren Freunden auf dem Sonnenhof erzählen. Sie fand sie in der Reithalle, wo sie gerade Hufeisenwerfen spielten. | ![]() |
![]() | Am Abend vor dem Himmelfahrtstag kam auf dem Sonnenhof ein neues Pferd an. Der Knabstrupperwallach Picard hatte es Elisabeth und Martha sofort angetan und so freuten sie sich, ihn begrüßen zu können. Er zeigte sich gleich sehr vertraunsvoll und die beiden Freundinnen verwöhnten ihn ein wenig, um ihm die erste Zeit im neuen Stall angenehm zu machen und forderten in den ersten Tagen keine Arbeit von ihm, damit er sich in Ruhe eingewöhnen und in der Herde seinen Platz finden kann. |
| Am Wochenende sollte Picard zeigen, was er unter dem Sattel anbietet und so nahm sich die Bereiterin Katrin den hübschen Wallach vor. Bevor sie in der Halle in den Sattel stieg, gutete sie nochmals vorsichtig nach und zog die Vorderbeine des Pferdes nach vorne, um die Hautfalte zwischen Bauch und Ellenbogen, die oftmals durch den Sattelgurt eingeklemmt wird, was vielen Pferden unangenehm ist, zu lösen. Offenbar kannte Picard dies schon, denn er machte problemlos mit. Danach konnte Katrin aufsteigen und mit ihm ein wenig arbeiten. | ![]() |
![]() | Zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes und der Bundesrepublik Deutschland wurde im Fensehen eine Festveranstaltung aus Berlin übertragen, bei der die 9. Symphonie von Beethoven mit der 'Ode an die Freude' gespielt und gesungen wurde, was sich die Freunde des Sonnenhofes anhören wollten. Da das Wetter so schön war an diesem Samstagabend, holten sie sich einfach einen Fernseher in den Stall und sie genossen gemeinsam die schöne Musik. Natürlich hatte Elisabeth ihr Grundgesetz mitgebracht und später las sie einige Paragraphen zur Feier des Tages daraus vor. So verbrachten sie gemeinsam den Abend und ließen es sich gut gehen, denn sie hatten natürlich auch für einige kulinarische Köstlichkeiten gesorgt. |
| Ende Mai kam Flinker Wolf auf den Sonnenhof. Er war einige Jahre nicht mehr da gewesen und alle freuten sich, ihn wiederzusehen. Inzwischen war einiges auf dem Sonnenhof geschehen, einige Leute waren gegangen, neue waren gekommen und so gab es viel zu erzählen. Dabei saßen sie in gemütlicher Runde beisammen. Martha hatte sich eines kleinen Hundes angenommen, den sie an einer Straßenbahnhaltestelle ausgesetzt gefunden hatte. Ihnen war klar, dass sie sich keinen dritten Hund mehr zulegen konnten, aber da er noch so klein war, wollten sie ihn nicht ins Tierheim geben, sondern ihm die Chance geben, in einer Familie aufzuwachsen. Der Kleine war noch sehr scheu und mochte gar nicht aus der Hundekiste herauskommen. Später zeigte Elisabeth ihrem indianischen Freund einige Photos, die er interessiert betrachtete. | ![]() ![]() |
![]() ![]() | An Pfingsten hatten Martha und Pierre endlich mal wieder richtig Zeit füreinander und auch für einen schönen, ausgedehnten Ausritt. Dies war in den letzten Wochen wegen der Arbeit und der sonstigen Pflichten, die anstanden, nicht immer möglich gewesen, so dass sie es richtig genossen, ein wenig freie Zeit zu haben und zu tun, was ihnen beliebte. An diese Tage war das Wetter wunderbar, warm, aber nicht zu warm und ein leichter Wind wehte, so dass es Draußen richtig angenehm war. Dabei ritten sie ein wenig im Hardtwald und im Schlossgarten zu Karlsruhe aus, wobei viele Leute, die ebenfalls unterwegs waren, um das schöne Wetter zu genießen, schon ein wenig staunten, als sie die Pferde sahen, da man diesen Anblick als Städter heutzutage kaum noch gewohnt ist. Im hinteren Teil des Schlossgartens, wo nicht so viele Leute unterwegs waren, konnten sie auch einen schönen Galopp am See einlegen, der allen viel Spaß machte. Auf dem Heimritt ging es dann ein wenig ruhiger auch durch den Botanischen Garten, der immer wieder eine Augenweide darstellt. |
| In den Pfingstferien hatten Mark und Elisabeth frei. Elisabeth hatte zwar ein wenig Arbeit mit nach Hause genommen, aber diese erledigte sie gleich, damit sie die restliche Zeit frei hatte. Und so unternahmen sie mit Flinker Wolf einen schönen Ausritt in die Günther-Klotz-Anlage. Dieses schöne Naherholungsgebiet an der Alb, das die Karlsruher Bürger sehr gerne nutzen, wurde nach einem für die Stadt sehr wichtigen Menschen benannt, der sich vor allem einen Namen als Organisator der Enttrümmerung von Karlsruhe nach dem Krieg machte und später viele Jahre das Amt des Oberbürgermeisters bekleidete. Sie hatten für den Ausritt den Araber Malik, den Friesen Fridolin und den Achal-Tekkiner Safran ausgewählt. Flinker Wolf sollte sich ein wenig mit den inzwischen auf dem Sonnenhof wichtigen Friesen anfreunden, was für ihn kein Problem darstellte, er ritt die Schwarze Perle gleich ohne Sattel, nur mit dem Stallhalfter. Mark und Flinker Wolf stiegen zwischenrein hoch auf den Rodelberg, wo es recht heftig windete und von dem sie einen schönen Blick auf Karlsruhe hatten. Der Indianer wunderte sich, dass die Stadt so grün ist und Mark wurde wieder einmal bewusst, wie schön sein Zuhause ist. Elisabeth war es zu anstrengend gewesen und so blieb sie lieber am Fuße des Berges mit den Pferden, wartete auf ihre Freunde und erfreute sich am Anblick ihres Achal-Tekkiner Safran, dessen Fell in der Sonne glänzte wie Gold. | ![]() ![]() ![]() |
![]() | An Fronleichnam hatten alle frei und daher wollten die Freunde des Sonnenhofes einen gemeinsamen Ausritt unternehmen. Aber schon am Vorabend regnete es stark, so dass alle Böden sehr matschig wurden. Als sie sich am Morgen in der Reithalle trafen, hatte der Regen zwar ein wenig nachgelassen, aber es gab immer wieder heftige Regenschauer, es war recht kalt und zusätzlich war es auch noch stark windig, weshalb sie entschieden, dass sie bei diesem Wetter nicht in den Wald reiten wollten, da es ihnen zu gefährlich erschien. Aber sie fanden das nicht so schlimm, denn sie hatten eine schöne Alternative. Sie wollten mal wieder Quadrille reiten und dazu schöne Musik hören, wobei sie viel Spaß hatten. |
| Die Quadrille ritten sie mit den Trakehnern und Friesen unter der Anleitung von Kathrin. Am Ende der Stunde waren alle ein wenig geschafft, denn sie hatten schon lange mehr keine Quadrille mehr geritten und für Mark und Pierre war es das erste Mal, dass sie sich im Formationenreiten übten. Aber sie hatten alle viel Spaß daran und beschlossen später, dass sie dies nun öfter wieder machen wollten. Anschließend wurden die Pferde versorgt und während die Freunde noch diverse Arbeiten im Stall erledigten, bereiteten Anna und Amalia schon das geplante Flammkuchenessen vor. Es sollte verschiedene Sorten Flammkuchen geben und dazu Tomatensalat. Und so saßen sie gemütlich beisammen, ließen sich das Essen schmecken und unterhielten sich. | ![]() |
![]() ![]() | Ende Juni ging es Elisabeth wieder mal schlechter, sie war nicht in der Lage, die anstehenden Arbeiten zu erledigen, verbrachte viel Zeit zu Hause auf dem Sofa und im Bett und mochte nicht ihre Wohnung verlassen und nicht viel reden. Daher ermunterte Mark sie zu einem kleinen Ausritt. Er holte sie mit seinem Auto zu Hause ab und kaufte ihr auf dem Weg noch bei einer Bäckerei etwas zu Essen, damit sie versorgt ist, wie er richtig vermutet hatte, hatte sie sich aufgrund der Antriebslosigkeit nichts zu Essen gemacht. Die Freunde halfen ihr beim Satteln des Pferdes und der Ausritt selbst war sehr schön, es war nicht zu warm und wolkenverhangen, so dass es Elisabeth nicht zu hell war und sie sprachen nicht viel. Unterwegs staunten sie dann aber nicht schlecht, denn sie erblickten einen nackten Zausel, der ihnen mit seinem Pferd entgegen kam. Natürlich ergab sich ein kleines Gespräch, es ist ja schließlich nicht alltäglich, dass einem ein Nudist zu Pferde begegnet. Der Nackte Mann erzählte ihnen, dass diese Art des Reitens für ihn wie im Paradies sei, er empfinde dabei die vollkommene Harmonie mit Pferd und Natur, grenzenlose Freiheit, völlig unbefangen und ohne störende Kleidung, der direkte Kontakt mit dem Pferd... |
| Mitte Juli bekamen die Sonnenhofleute ein Päckchen eines befreundeten Hofes geschickt. Es enthielt T-Shirts mit dem Sonnenhof-Emblem und Martha und Pierre fanden es toll, mal im Partnerlook gehen zu können und am Sonntagmorgen erschienen sie im Stall und präsentierten ihre neuen T-Shirts. Elisabeth indes wollte an diesem Wochenende gar nicht aufstehen. Mark kochte erst mal für jeden eine große Tasse Kaffee und betrachtete sich die Bilder, die Elisabeth sich aus dem Atelier Boetzel bestellt hatte und die vor wenigen Tagen angekommen waren. Die Bilder dieser Künstlerin sind wirklich wunderschön und Mark konnte sich davon überzeugen. | ![]() ![]() |
![]() | An diesem Wochenende kam ein neuer Friese auf den Sonnenhof. Der Wallach Karl, er bekam seinen Namen in Anlehnung an Markgraf Karl Wilhelm von Baden, ist ein sehr hübscher Vertreter seiner Rasse, recht schlank im Exterieur und von sanftem Wesen. Martha und Pierre wollten es sich nicht nehmen lassen, ihn vor dem Karlsruher Schloss zu photographieren, denn immerhin war sein Namensgeber der Gründer von Badens Hauptstadt und für solch ein wundervolles Pferd ist das Schloss zu Karlsruhe eine wundervolle Kulisse. Im Schloss befindet sich überigens das Badische Landesmuseum, in dem viele interessante Exponate zu sehen sind. |
| In der darauffolgenden Woche holte Mark, der Urlaub hatte und nicht verreist, sondern zu Hause geblieben war, Elisabeth am Schloss ab. Er hatte als Handpferd den Friesen Karl dabei. Sie wollten im Schlossgarten einen schönen Ausritt unternehmen. Vorher schauten sie aber noch dem Filmteam des SWR zu, das am Schlosscafé schon den ganzen Tag mit den Dreharbeiten für die 17. Folge der Serie "Bloch" mit dem Arbeitstitel "Svenja" beschäftigt war. Elisabeth hatten den Hauptdarsteller Dieter Pfaff sofort erkannt und sie hatten sogar Gelegenheit kurz mit ihm zu sprechen. Danach machten sie einen schönen Ausritt im Schlossgarten, während die Sonne herauskam und das Wetter sich besserte, es war in der Woche zuvor kalt und regnerisch gewesen, so dass Mark sich freute, dass er seinen Urlaub auch richtig genießen konnte. | ![]() ![]() |
![]() | Einige Tage später konnte Elisabeth unerwartet etwas früher mit der Arbeit aufhören und da sie nichts vor hatte, beschloss sie, einen kleinen Ausritt durch die Stadt zu unternehmen. Mark war so nett, ihr wieder ein Pferd vorbeizubringen, dieses Mal aber mit dem Anhänger, da er an diesem Tage nicht so viel Zeit hatte und gleich wieder weiterfuhr. Ihr Ritt führte sie auch an der katholischen Stadtpfarrkirche St. Stephan vorbei, in der sie im März als Gastsänger die Matthäuspassion von Bach mitgesungen hatte. Die Kirche wurde nach Vorgaben von Großherzog Karl Friedrich von Baden und den Plänen des Architekten Friedrich Weinbrenner in den Jahren 1808–1814 erbaut. St. Stephan ist ein klassizistischer Kirchenbau nach dem Vorbild des römischen Pantheons. Die Wahl für das Stephanuspatronates stellt eine Hommage an die katholische Großherzogin Stéphanie de Beauharnais, einer Adoptivtochter Napoleons. |
| Monika, die sich auf dem Sonnenhof inzwischen sehr wohl fühlte, hatte ihre alte Ponystute Pegasa auf den Sonnenhof geholt und arbeitete regelmäßig mit ihr unter der Anleitung der Bereiterin Katrin. Sie hatte die Ponydame, die sie schon als Kind bekommen hatte, zuvor auf einen Pferderentnerhof gestellt, da sie dachte, das dies das beste für sie sei. Aber der Stute fehlte eine Aufgabe und sie verfiel zusehends, so dass Monika einsah, dass sie eine andere Lösung für das Pony finden musste. Und so überlegte sie sich, dass Arbeit an der Hand das Pony einerseits beschäftigte, andererseits aber nicht überforderte und so begann sie, mit ihrem Pferdchen zu arbeiten. Das Anpiaffieren machte keinerlei Probleme und schon nach kurzer Zeit konnten sie sich an Übungen wie die Levade wagen, die die kleine Stute inzwischen perfekt ausführt. Ab und zu unternehmen die beiden auch einen kleinen Ausritt in die Umgebung und Pegasa geht es seitdem wieder richtig gut. | ![]() |
![]() | Am letzten Julitag konnte man nach über einem Jahr zum ersten Mal wieder Musik in einem Konzert in der Christuskirche, in der umfangreiche Renovierungsarbeiten stattfanden, hören. Es wurde unter anderem eine der Solocellosuiten von Bach gespielt. Das Konzert fand auf der Baustelle, ein wenig wie damals beim Wiederaufbau der Frauenkirche zu Dresden, statt, denn die Bauarbeiten werden erst im Advent abgeschlossen sein. Die Klais-Orgel, die restauriert und erweitert werden soll, war noch komplett ausgebaut. Vor dem Konzert gab es eine Vorstellung der Orgelentwürfe mit Kantor Carsten Wiebusch. Es waren viel mehr Interessierte als Erwartet anwesend und so drängten sich die Besucher auf der auf der Orgelempore und informierten sich über die Sinfonische Großorgel, die der Darstellung der Musik aus Spätbarock und Romantik gleichermaßen gerecht werden soll. |
| Zum Ferienbeginn Anfang August bekam Elisabeth von ihren Freunden Besuch, ehe sie für einige Wochen in die Ferien fuhren. Bei dieser Gelegenheit zeigte sie ihnen einige Modellpferde, die sie vor einiger Zeit bei einer Ebay-Auktion zusammen ersteigert hatte. Pierre, Martha und Mark hatten Spaß daran, alle Modelle auszupacken und genau anzuschauen. Nach einem gemeinsamen Essen machten sie es sich auf dem Balkon mit Weinschorle gemütlich, wo Elisabeth ihnen ihr neues Mobiltelephon samt Tischhalterung zeigte, das sie geschenkt bekommen hatte und Mark freute sich über einen Stapel Zeitschriften, die er in seine Ferien mitnehmen wollte. Außerdem präsentierte Elisabeth ihren Freunden eine kleine Bronzereplike eines antiken griechischen Pferdes, die sie im Museumsshop im Schloss entdeckt hatte. Da ihr das Pferdchen so gut gefiel, hatte sie es sich gekauft. | ![]() ![]() |
![]() | In der darauffolgenden Woche hatte Elisabeth viel Arbeit und sie war danach immer sehr erschöpft. Dennoch ließ sie es sich nicht nehmen, mit dem Iberer Wodan ein wenig am Brunnen neben dem Schloss zu arbeiten. Dabei legte sie natürlich wieder großen Wert darauf, dass nicht nur die Dressurlektionen sauber präsentiert wurden, sondern auch ihr Äußeres stilvoll aufeinander abgestimmt war. Immerhin hatte vor einigen Jahren Philippe Karl, den sie sehr bewunderte, mit seinem berühmten Hengst Odin an diesem Platz schon die Hohe Schule präsentiert und ihnen wollte sie natürlich Ehre erweisen, soweit ihre begrenzten Mittel und reitelichen Fähigkeiten eben ausreichten. |
| An einem Augustwochenende fand in Bern wieder das Depritreffen statt, zu dem Elisabeth in diesem Jahr Claus mitgenommen hatte. Es war schön, die Freunde wiederzusehen und auch Claus fand schnell Anschluss. Sie hatten wieder das Pfadfinderheim in Köniz gemietet und Elisabeth unternahm nach ihrer Ankunft einen kleinen Ausritt. Das Wetter war phantastisch, so dass sie zum Essen und Plaudern Draußen sitzen konnten. Es gab genug für alle, Salate, gegrilltes vom Lagerfeur und Nachtisch. Es wurden viele gute Gespräche geführt, in der Gruppe oder im Zwiegespräch, aber es wurde auch gelacht und alle ließen es sich gut gehen. Der Sternenhimmel war wunderschön, man konnte sogar die Milchstraße erkennen und die letzten Ausläufer der Perseiden und so gab Elisabeth ihren Freunden noch ganz spontan eine kleine Himmelsführung durch die Sommersternbilder. | ![]() |
![]() | Am nächsten Tag machte sich nach dem Ausschlafen und einem gemeinsamen Frühstück eine kleine Gruppe auf zur Aare. Sie führte in diesem Jahr sehr viel Wasser und die Strömung war sehr stark und es waren sehr viele Menschen unterwegs, sie lagerten am Flussufer und viele trauten sich ins Wasser und schwammen oder paddelten mit Schlauchbooten. Für die Berner ist dies ein beliebtes Sommervergnügen, wobei man ein guter Schwimmer sein sollte, und auch Elisabeth wollte sich diesem wieder hingeben und so ließ auch sie sich ein gutes Stück von der Strömung mittreiben. Es ist einfach traumhaft, mitten im kristallblaugrünen Fluss mitzutreiben. Den Abend verbrachten alle gemeinsam am Lagerfeuer, was sie sehr genossen. Am nächsten Morgen wurde reichlich geschmunzelt, denn Elisabeth war auf der Flucht vor ihren schnarchenden Freunden mitsamt Matratze und Bettzeug in die Behindertentoilette umgezogen, der einzige schnarchfreie Raum, den sie finden konnte. Nach dem Frühstück traten nach und nach alle den Heimweg an, müde, aber mit vielen schönen Erinnerungen. |
| Auf dem Pferdefest in Bensheim waren in diesem Jahr auch endlich wieder Elisabeth und der Sonnenhofstand vertreten. In den Jahren zuvor war es ihr ja leider nicht möglich, dabei zu sein und umso größer war die Freude, dass es in diesem Jahr klappen sollte. Sie traf sich mit einer Reiterin der Tuolumne-Meadows-Ranch und den Mädels der Sandstormstables und alle wurden netterweise im großen Transporter des Gewannes dl4mb mitgenommen. So mussten die schon von weit angereisten nicht selbst fahren, konnten entspannen und natürlich genossen sie die Klimaanlage und das reichliche Platzangebot. Auf dem Pferdefest gab es viele Tauschaktionen, Geplauder und Wiedersehen mit alten Freunden alle freuten sich über den schönen Tag. Miguel und Kristina waren ganz vertieft in einige Zeitschriften, die am Sonnenhofstand auslagen und bemerkten nicht, dass sich jemand hinzugesellt hatte, der auch Pferdebilder gucken wollte, während die Mädels nebenan ausgiebig klönten. | ![]() ![]() ![]() |
![]() | Nach einem sehr ausgiebigen Mittagessen unternahmen sie im Gelände der Lautertalhalle, in der das Pferdefest stattfand, einen kleinen Ausritt, zu dem sich noch eine Reiterin des Gestütes Abt hinzugesellte. Es war eine sehr bunter Truppe. Elisabeth hatte als Handpferd den Achal-Tekkiner-Hengst mitgenommen, den sie vom Hof Layenkaut bekommen hatte und dieser vertrug sich nicht so recht mit dem Araberhengst der Tuolumne-Meadows-Ranch, so dass sie besser ein wenig Abstand zueinander einhielten. Ansonsten war es wirklich ein schöner Ausritt und sie hatten alle viel Spaß. |
| Am Abend waren alle reichlich müde, und angefüllt mit vielen neuen Eindrücken und Ideen. Elisabeth war sehr erschöpft und so ruhte sie sich am Sonntag aus und war nicht weiter zu bewegen, etwas zu tun und so wurde es ein sehr ruhiger Tag. Die Schweizer Freunde hatten sich schon verabschiedet, da sie wieder nach Hause fahren mussten und so leistete Jessy, die ausgiebig in Elisabeth vielen Büchern schmökerte, ihr noch ein wenig Gesellschaft. | ![]() |
![]() | In der darauffolgenden Woche, nachdem die Gäste abgereist waren, nahm das Leben auf dem Sonnenhof wieder normal und alltäglich seinen Lauf. Elisabeth musste wieder arbeiten gehen und Anna und Amalia halfen viel die Pferde zu versorgen, da der Pferdepfleger noch Ferien hatte. Sie brachten die Stuten und deren Fohlen auf die Koppel, die beiden jungen Frauen nahmen die Stuten am Halfter und Elisabeth führte die beiden Fohlen, die aber lieber ein wenig schmusen wollten und so nahmen sie sich einfach ein wenig Zeit für die beiden, Ombra, das kleine Friesenmädel und Contessa, die kleine Kaltblutstute. |
| Am Wochenende kam ein neues Pferd auf den Sonnenhof. Farinella, eine wunderschöne Friesin, in die sich Elisabeth sofort verliebt hatte und da sie sich schon länger ein Pferd nur für sich wünschte und sie am liebsten ein so sensibles und ruhiges Pferd wie einen Friesen wollte, überlegte sie nicht lange. Sie hatte die Stute schon beim ersten Reiten lieb gewonnen und die Schwarze Perle erwiderte ihre Zuneigung. Ihren ersten Ausritt unternahmen sie im weitläufigen Schlossgarten, der an diesem Tage sehr belebt war. Die Friesin war ein wenig aufgeregt, so viel Neues zu sehen, hören und riechen, aber sie vertraute Elisabeth. | ![]() |
![]() | Farinella sollte ganz alleine Elisabeth gehören und so schaffte sie sich einige Dinge an, die sie brauchen würde und natürlich wählte sie alles in ihrer Lieblingsfarbe Violett. Eigentlich bedarf es zum Reiten ja nur eines Sattels und einer Trense und es ist erstaunlich, wieviel man sonst noch an Zubehör für ein Pferd benötigt. Elisabeth beschränkte sich dennoch auf die nötigsten Dinge, die sie zur Pflege, zum Reiten und Longieren Farinellas braucht und richtete sich ihre Ecke hübsch und ordentlich ein. |
| Im September wurde es richtig kühl und so legte sie ihrem Pferd nach dem Reiten vorsichtshalber die Abschwitzdecke auf, da sie beim Arbeiten in der Halle geschwitzt hatten. Und obwohl viele Friesenfreunde meinen, man dürfe niemals mit einer Schere einem Friesen das Langhaar kürzen, kürzte sie Farinella den langen Stirnschopf, denn sie hatte beobachtet, dass sich die Stute auf der Koppel und auch beim Reiten durch die langen Haare gestört fühlte. An der Mähne schnitt sie aber kein einziges Haar ab und so bürstete sie das lange Haar gut durch, damit es nicht verfilzt. | ![]() |
![]() | An diesem Morgen war Elisabeth schon sehr früh im Stall, denn sie konnte nicht schlafen und so genoss sie die Ruhe und die Zweisamkeit mit ihrem Pferd. So war sie eine ganze Weile beschäftigt, denn natürlich wurde das Pferd nicht nur einfach geputzt, sondern auch ein wenig liebkost. Inzwischen war auch die Sonne aufgegangen, als Anna, Amalia und Mark im Stall erschienen. Elisabeth hatte bisher noch keine Gelegenheit gehabt, Mark ihr Pferd vorzustellen, denn er war erst vor zwei Tagen wieder aus dem Urlaub zurückgekehrt. Er war sichtlich angetan von der hübschen Stute und freute sich für Elisabeth, dass sie ihr Traumpferd nun offenbar gefunden hatte und auch, dass sie beide sich so gut verstanden. |
| Im September kam ganz verspätet noch ein Fohlen auf dem Sonnenhof zur Welt. Keiner hatte damit gerechnet und so staunten die Freunde am nächsten Morgen, als sie in Almirenas Box schauten und die kleine Stute erblickten. Da sie so dunkelbraun ist und nur einen kleinen Stern auf der Stirn hat, bekam sie den Namen Schokolina, sie nannten sie aber liebevoll ihre Schokolinse, denn alle mochten das Stutfohlen gerne. Sie mussten sich beherrschen, Mutter und Kind nicht allzuoft zu stören, wobei die sanfte Almirena es sehr gelassen nahm, dass immer mal wieder jemand in den Stall schlich, um das Fohlchen zu betrachten. | ![]() |
![]() | Am Ende der Ferien kamen Martha und Pierre wieder von ihrem Urlaub auf Amrum zurück und schauten natürlich gleich auf dem Sonnenhof bei ihren Freunden vorbei. Mark hatte Elisabeth, die eigentlich keine Lust hatte, an diesem Tag das Haus zu verlassen und nur ein wenig basteln wollte, einfach abgeholt und ihr einen Tisch aufgestellt, so dass sie bei dem schönen Wetter im Stall basteln konnte. Sie arbeitete gerade an einem liegenden Friesenfohlen, das sie geschenkt bekommen hatte und das aufgearbeitet werden musste, während Mark ihr noch einige Friesen-Journale brachte, in der sie Vorlagenbilder finden sollte. Sie liebt es, einfach vor sich hinzupusseln, während die anderen um sie herum wuseln. Martha freute sich über ein Päckchen mit Hundezubehör, das vom Pferdehof Siegtal für sie gekommen war und natürlich wurden die Sachen gleich ausprobiert. |
| Ende September kam von einem befreundeten Hof, dessen Reiter sich leider von ihm trennen mussten und ein gutes Zuhause für ihn suchten, ein kleiner, barocker Knabstupper auf den Sonnenhof. Huygin gefiel allen sofort und natürlich wollten sie sehen, was der Hengst kann. An einem schönen sonnigen Herbstmorgen sattelte Elisabeth ihn, um ihn beim Reiten in der Halle kennenzulernen. Mark durfte indes Elisabeths Farinella reiten und Martha suchte sich Aramis aus. Pierre konnte leider nicht dabei sein, denn er war auf einer Tagung. So hatten sie gemeinsam einen schönen Vormittag, brachten nach dem Reiten die Pferde auf die Koppel und genossen es danach, noch ein wenig im Stall in der Sonne zu sitzen an diesem Goldenen Herbsttag. | ![]() |
![]() | Vor einigen Wochen konnten die Sonnenhofleute durch Zufall, als sie sich einen Friesen anschauten, ein kleines tigergeschecktes Pony zum Schlachtpreis erwerben. Es war in einem erbärmlichen Zustand und so päppelten sie das Tier mit viel Geduld wieder auf. Es soll später als Geschenk auf einen befreundeten Hof kommen. Dort werden solche Ponys gezüchtet werden und die Besitzer werden sich sicher sehr über den Kleinen freuen. Bis dahin kümmern sich Anna und Amalia liebevoll um den Kleinen. |
Im Oktober nahm Elisabeth, begleitet von Anna und Amalia als Helferinnen, nach zwei Jahren des Pausierenmüssens wieder mal an der LS in Bingen teil, dieses Mal aber nur als Besucher, um sich vor unnötigem Stress zu bewahren. Anfangs war die Stimmung irgendwie sehr komisch. Als sie nach einer etwas abenteuerlichen Reise mit einem Zwischenstopp in Mainz ankamen, waren schon Grüppchen gebildet, manche hielten es nicht für nötig andere zu grüßen, und manche beschwerten sich auch darüber und über Teilnehmer und Richter, die in ihren Augen nicht ganz fair waren. Aber mit der Zeit wurde diese seltsame Stimmung dann doch noch besser und sie fanden es sehr nett mit den Leuten, mit denen sie sich unterhielten. Es war schön, einige Bekannte Gesichter wiederzusehen, weniger bekannte Leute besser kennenzulernen und auch neue Bekanntschaften zu machen. Miguel machte allerhand Blödsinn, sehr zur Erheiterung der beiden Schwestern und auch Elisabeth staunte, was ihm so alles einfiel.![]() Wie er es aber am Ende geschafft hatte, seinen Kopf zwischen die Stäbe von Farinellas Stall zu bekommen, verriet er ihnen nicht... | ![]() ![]() ![]() |
![]() | Im Oktober gab es einige kalte, aber dafür schön sonnige Tage und Elisabeth und Mark nutzten dies nochmal aus und arbeiteten ein wenig mit dem Knabstrupper Huygin und dem Lusitano Limbado im Schlosspark, eine wunderbare Kulisse für diese barocken Pferde. Elisabeth wollte mal wieder ein wenig mit Limbado an der Hand arbeiten und offenbar hatte auch er Freude an der Abwechslung. Natürlich erregten sie im Schlosspark auch das Aufsehen der Passanten und von einem wurden sie sogar photographiert. |
| Ende Oktober war Elisabeth einige Zeit nicht im Stall und als sie wiederkam, hatte Mark eine Überraschung für sie. Angeregt durch das Schaukelpferd, das er vom Gewann Dl4mb zwecks Transport in seine Obhut genommen hatte, hatte er Elisabeths Schaukelpferd aus der Rumpelkammer herausgesucht und es ganz neu in ihren Lieblingsfarben bemalt, worüber sie sich sehr freute und gleich ihr kleines Schaukelpferdchen dazustellte. Auch das Plakat ihres nächsten Konzertes ist passenderweise in Violett gestaltet, so dass sie es selbstverständlich gleich aufhängen wollte und natürlich wurde die Informationstafel über das Therapiereiten von Anna und Amalia, die sie zur nächsten Messe am Sonnenhofstand aufstellen wollten, ebenfalls begutachtet. | ![]() |
![]() ![]() ![]() ![]() | Anfang November fand wieder die Southern-Bavarian-Live statt, zu der Elisabeth schon etwas früher anreiste, um in Ruhe aufbauen zu können. Später kamen Mark, Anna und Amalia hinzu. Sie waren zusammen mit Miguel und Kristina vom Gewann dl4mb gekommen, die ihr neues Diorama dabei hatten. Anna und Amalia hatten ihre Informationstafel zum Therapiereiten aufgestellt und waren eifrig dabei, interessierten Menschen dieses Thema näherzubringen. |
| Mark hatte sich über das Internet mit einer Reiterin der Lowlandranch verabredet, sie wollten mit ihren Warmblutschecken gemeinsam ausreiten und die beiden Pferde passten auch wunderbar zusammen. Es war zwar etwas trüb und dunkel an diesem Tage, aber trocken und nicht zu kalt und so genossen sie ihren Ausritt. | ![]() |
![]() | Später beteiligte sich Elisabeth an dem geplanten, großen Ausritt für alle. Sie waren sich unterwegs nicht immer ganz einig bezüglich der richtigen Wege, so dass sie etwas später wieder zurück kamen, als es geplant war, inzwischen war es schon richtig dunkel geworden, aber auch ihnen hatte der Ausritt sehr gut gefallen und sie hatten alle Spaß gehabt. Insgesamt war es ein wunderbarer Tag für alle Teilnehmer gewesen und alle waren sich sicher, dass sie sich im nächsten Jahr wieder treffen wollten. |
| Mitte November hatte Elisabeth mit ihrem Chor wieder ein großes Konzert. Dieses Mal sollten Gesänge von Brahms, das Vaterunser von Janacek und das Requiem von Fauré aufgeführt werden. Nach einer Orchesterprobe und einer anstrengenden Generalprobe am Vortag schlief Elisabeth am Konzertsonntag aus, nahm sich viel Zeit um sich vorzubereiten und besuchte Farinella im Stall, ehe sie zur Anspielprobe in die Kirche fahren musste. Das Konzert war prima, es hatte alles bestens geklappt, der Chorleiter war zufrieden und das Publikum begeistert. Nach dem Konzert wurde dies natürlich gefeiert und alle genossen den Abend. | ![]() |
![]() | In der folgenden Woche kamen einige neue Bewohner auf den Sonnenhof. Anna und Amalia hatten sich dreier Schweine angenommen, die sie erst einmal in einer Pferdebox unterbrachten. Die beiden Schwestern hatten schon immer eine Vorliebe für Tiere aller Art und wünschten sich einige Tiere, die sie auch in ihrer Therapie einbinden wollten und auf dem Sonnenhof kann man diese ja gut unterbringen. Als Elisabeth in den Stall kam, war sie sehr überrascht, als sie ein Grunzen aus dem Stall hörte und Martha klärte sie auf und zeigte ihr den kleinen Sauhaufen. Es sind ein Hausschwein und zwei Schwäbisch-Hällische Sauen, die da fröhlich im Stroh herumwühlten. |
| Als Elisabeth mit Johannes vom Reiten zurückkam, machten sie Bekanntschaft mit den anderen Tieren, die Anna und Amalia ebenfalls auf den Sonnenhof gebracht hatten. Sie hatten schon lange von einer Bekannten zwei junge Hühner versprochen bekommen und sie bekamen nun auch noch eine Ente dazu geschenkt, über die Elisabeth sich freute. Johannes war an den neuen Bewohnern sehr interessiert und beschnupperte das Federvieh ausgiebig. | ![]() |
![]() | Anfang Dezember kam eine hübsche Stute auf dem Sonnenhof. Die Achal-Tekkiner-Stute Ellara Zarina ist ein goldener Palomino und die Sonnenhöfler hatten schon sehr lange mit ihr geliebäugelt. Durch die Vermittlung eines befreundeten Hofes, konnten sie sich dieses Traumpferd in den Stall holen. Allerdings kam sie über einen kleinen Umweg auf den Sonnenhof, denn durch eine Verwechslung des Transportunternehmes, das mehrere Pferde nach Karlsruhe bringen sollte, gelangte Lara auf einen anderen Hof. Zum Glück war es kein Problem, Ellara bekam kurzerhand dort für eine Nacht einen Stall, um ihr nicht einen weiteren Transport an diesem Tage zuzumuten und da die Leute dort sich mit Achal-Tekkinern auskennen, weil sie selbst einige beherbergen, kümmerten sie sich sehr liebevoll um die sensible Stute und brachten sie am nächsten Tag auf den Sonnenhof. |
| Am vierten Adventssamstag hatte es in Karlsruhe ein klein wenig geschneit und es war kalt geworden. Anna und Amalia wollten einen kleinen Ausflug mit dem Shire-Friesen-Mix Asperger unternehmen und da Elisabeh, die auch mitkommen wollte, mit den großen Schritten des Pferdes nicht mithalten konnte, holte sie schnell ihr Fahrrad um sie damit zu begleiten. Sie trug ihre neue Mütze mit dem passenden Schal und den Handschuhen und die Anderen mussten grinsen und nannten ihre neue Kopfbedeckung eine IQ-Mütze. Das war Elisabeth egal, denn einerseits versteht sie ja Spaß und andererseits war sie sehr froh um die warmen Kleidungsstücke. | ![]() |
![]() | In der Weihnachtswoche ging es Elisabeth nicht so gut, sie war immer müde und antriebslos und so gönnte sie sich die Nachmittage frei, um keinen Stress haben zu müssen. Bei einer Erledigung in der Stadt kam sie am Weihnachtsmarkt vorbei und da es gerade recht leer dort war, schaute sie sich einige Stände an und fand dabei ein Weihnachtsgeschenk für eine Freundin und zwei günstige Glitzer-Stirnbänder für ihre Farinella. Im Stall angekommen machte sie es sich erst einmal auf ihrem Sofa gemütlich und freute sich an ihren Einkäufen. |
| An Heilig Abend kam durch die Vermittlung eines befreundeten Stalles eine Friesenstute auf den Sonnenhof. Sie ist schon älter und die ehemalige Besitzerin hatte keine Zeit mehr für sie und auch keine Lust, sich weiter mit ihr zu befassen. So kam sie auf den Sonnenhof, wo sie sich gleich mit Farinella anfreundete, so dass sie den Stall neben ihr bekommen sollte. Eigentlich wollte Elisabeth kein zweites Pferd haben, aber sie mochte die liebenswerte Stute nicht ablehnen und sie hat ja Freunde, die ihr bei der Betreuung helfen können und so freute sie sich über die Friesin. | ![]() |
![]() | An Weihnachten unternahmen die Freunde des Sonnenhofes einen schönen gemeinsamen Ausritt und nachdem sie die Pferde versorgt hatten, saßen sie im Stall bei einer gemütlichen Feier beieinander. Am Heiligen Abend und am ersten Feiertag waren sie alle beschäftigt gewesen, Martha hatte Dienst in der Kirche als Kirchendienerin, Elisabeth war beim Singen im Altenheim und Kirche, Mark war zu Besuch bei seinen Eltern, Anna und Amalia bei ihrer Familie und Pierre hatte Bereitschaftsdienst. So genossen sie es, den zweiten Weihnachtsfeiertag miteinander verbringen zu können. Sie zeigten sich gegenseitig ihre Weihnachtsgeschenke, erzählten von ihren Erlebnissen an Weihnachten und während sich die Frauen am Tisch unterhielten, waren die Männer damit beschäftigt, Elisabeths Fernrohr zu inspicieren. |
| Nach Weihnachten hatte Elisabeth ein paar Tage Ferien und so nutzte sie die Zeit, um in aller Ruhe all das zu tun, was ihr Freude macht, musikhören, basteln, lesen, faulenzen und natürlich beschäftigte sie sich mit ihren Pferden. So sattelte sie die neue Friesenstute und ritt sie zum Kennenlernen erst ein wenig in der Reithalle, später wagte sie mit ihr einen kleinen Ausritt. Es zeigte sich, dass die ältere Stute sehr erfahren ist und sie praktisch nichts aus der Ruhe bringt. An diesem Tag war es recht warm, so dass sie nicht froren und so konnten Elisabeth und die Friesin den Ausritt genießen. | ![]() |
![]() | Am letzten Tag des Jahres unternahm Elisabeth einen schönen Ausritt mit Farinella und der neuen Friesin, die sie als Handpferd mitnahm. Nach dem Ausritt versorgte sie die Pferde, wobei diese auf ihre Streicheleinheiten bestanden und es gar nicht so einfach war, beiden gerecht zu werden. Friesen sind eben sehr anhängliche und liebe Pferde, aber genau das richtige für Elisabeth. So ein Tag bei solchen Pferden tut einfach gut. |
| Am Abend wollten Elisabeth und Mark die Mondfinsternis beobachten und hatten rechtzeitig die Feldstecher und das Fernrohr schon auf den Balkon gestellt, damit die Instrumente temperierten, aber leider war es an diesem Abend bewölkt. Dabei war es eine besondere Mondfinsternis, denn es war der zweite Vollmond in diesem Monat, was nur alle zweieinhalb Jahre vorkommt und dass solch ein Blue-Moon auf Silvester fällt, ist noch seltener, denn es wiederholt sich nur alle 19 Jahre. Und eine Mondfinsternis bei einem Silvester-Blue-Moon soll es nur alle 91 Jahre mal geben. Das war schade, aber dennoch genossen sie den Abend und besuchten das Silversterkonzert in der Kirche. Es wurden Konzerte von Händel und Bach gespielt, ein wunderbarer Ausklang des alten Jahres. | ![]() |
| Archiv - 2004 - 2005 - 2006 - 2007 - 2008 - 2009 - 2010 | |