Die Bach-Seite

Die Musik von Johann Sebastian Bach ist das Maß aller Dinge.                    



 

 

 

Bach's Unterschrift




 

Bach-Gemälde von Hausmann

 

Bach

Die Klänge zögern noch, als ob sie spähen,
sie fühlen vor und müssen wieder weichen.
da fällt ein Ton: ein leises Glockenzeichen.
Die Klänge kommen so, wie Berge gehen.

Und nichts hält stand, sie brechen mächtig ein
in dich in mich, sie nehmen uns gefangen
-man will nur Resonanz und Echo sein-
sie führen uns, bis wir dorthin gelangen,

wo eine Aussicht ist und alles das,
was um uns ist, rückt in das rechte Mass.
Die Klänge ordnen uns: so, das ist klein,
und das ist gross und ist nicht zu vertauschen.

Die Zeit ist gross. Ein großes Rauschen.
Füg dich in ihre grosse Fuge ein.


(Johannes R.Becher)



 

Siegel von J.S.Bach

 

Präludium von Johann Sebastian Bach

Ruhe ist nirgend,
überall Regung.
Alles ist wirkend
indere Bewegung

Hier unterm Haine,
dort in der Ferne.
in jedem steine,
in jedem Sterne.

Geister gie guten,
Geister die bösen
all uns umfluten,
binden und lösen.

Hörst du das Singen
schwingender Saiten?
Hörst du das Klingen
singender Weiten?

Gib dich den tönen
hin ohne Bangen!
Lass dich vom Schönen
schützend umfangen!

Was dem Verstande
dunkel verborgen,
funkelt vom Rande
dämmenrnder Morgen.
Bängliche Worte
glücklich entbunden,
ängstliche Orte,
flüchtige Stunden.

Und will dir scheinen:
durch die Äonen
siehst du den einen
väterlich thronen.

Väterlich thronen
unter den seinen
durch die Äonen
siehst du den einen.


(Hermann Claudius)



 

Thomaskirche von Innen

 

Bach

Die Orgel jauchzt: Gottward als Mensch geboren!
Und: "Freude - Friede!" fallen Engel ein.
Im Mondlicht quinkelieren die Schalmein
der Hirten: Jauchzet, Gott ist uns geboren!

Die Orgel schreit: Gott geht der Welt verloren!
Er stirbt am Kreuz! O Herzeleid, o Pein!
"O Haupt voll Blut und Wunden"
(Helft schrein! Helft schrein!)
"voll Schmerzen und-" Gott ging der welt verloren!

Die Orgel jubiliert: Gott ist erstanden!
Wo ist dein Sieg, wo ist dein Stachel, Tod?
Frohlocke, Volk, frohlock! Gott ist erstanden!
Die Beter gingen glaubensglutumloht.
Nun singt Er sich, erwachend im Hienieden,
sein liebstes Lied: "Gib dich zufrieden, Herz, zufrieden!"


(Hans Franck)



 

Bach-Denkmal vor der Thomaskirche in Leipzig

 

Zu einer Toccata von Bach

Urschweigen starrt...Es waltet finsternis...
Da bricht ein Strahl aus zackigem Wolkenriss,
greift weltentiefen aus dem blinden Nichtsein,
baut Räme auf, durchwühlt mit Licht die nacht,
l&ä,sst Grat und Gipfel ahnen, Hang und Schacht,
lässt Lüfte locker blau, lässt Erde dicht sein.

Es spaltet schöpferisch tu Tat und Krieg
der Strahl entzwei das keimend Trä,chtige:
aufglä,nzt entzündet die erschrockne Welt.
Es wandelt sich, wohin die Lichtsaat fällt,
es ordnet sich und tönt die Prächtige
dem Leben Lob, dem Schöpfer Lichte sieg.

Und weiter schwingt sich, gottwärts rückbezogen,
und drängt durch aller Kreatur Getriebe
dem Vater Geiste zu der große Drang.
Er wird zu Lust und not, zu Sprache, Bild, Gesang,
wölbt Welt um Welt zu Domes siegesbogen,
ist Trieb, ist geist, ist Kampf und Glück, ist Liebe.


(Hermann Hesse)



Befiehl du deine Wege,
Und was dein Herze kränkt,
Der allertreusten Pflege
Des, der den Himmel lenkt!
Der Wolken, Luft und Winden,
Gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden,
Da dein Fuß gehen kann.


(aus der Matthäuspassion, Text von Paul Gerhardt)



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